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20.11.2008: Neue Version 2.1 des Parsergenerators BTRACC verfügbar

Der Einsatz eines Parsergenerators ist notwendig, wenn Werkzeuge für die Software-Migration und das Reengineering neu entwickelt werden sollen. Dabei existieren folgende Anforderungen an den Parsergenerator: Am Markt verfügbare Parsergeneratoren (YACC, COCO/R, PCCTS, .ANTLR, JavaCC) werden diesen Anforderungen nicht gerecht. Insbesondere die Forderung, die in Dokumentationen verfügbare Syntax ohne Umstellungen zu verwenden und Erweiterungen kostengünstig integrieren zu können, ist nicht erfüllt. Eine Erweiterung einer komplexen YACC-Grammatik z.B. führt in der Regel zu einer Reihe von Konflikten, welche nur mit großem Aufwand beseitigt werden können.

Aus diesem Grund entwickelte pro et con einen eigenen Parsergenerator BTRACC (Backtracking Compiler Compiler), der auf Basis des Backtracking-Verfahrens arbeitet und die oben genannten Nachteile beseitigt.

Mit BTRACC wurden Parser für C, COBOL, CICS, Java, NATURAL, PL/I, SDF, SCREEN COBOL, SPL, TAL und SQL entwickelt. Sie bilden die Basis für die kommerziellen Migrations- und Reengineering-Werkzeuge der Firma.

Die aktuelle Version 2.1 von BTRACC zeichnet sich durch folgende, neue Eigenschaften aus: BTRACC in der neuen Version 2.1 steht ab sofort für den kommerziellen Einsatz zur Verfügung. Damit wird pro et con in die Lage versetzt, in kurzer Zeit und kostengünstig neue Migrationswerkzeuge entsprechend spezieller Kundenanforderungen zu entwickeln.

Die Weiterentwicklung von BTRACC unterstreicht erneut die führende Rolle von pro et con auf dem Gebiet der wissenschaftlich fundierten Software-Migration und des Software Reengineering.

07.08.2008: Neue Version 2.0 von ScreenConv fertiggestellt

ScreenConv ist ein von pro et con entwickeltes Werkzeug zur automatisierten Konvertierung von ASCII-orientierten Host-Masken in browserbasierte Benutzeroberflächen. Dabei wurde exemplarisch SCREEN COBOL, das u.a. auf HP NonStop-Systemen zur Entwicklung von Masken eingesetzt wird, als zu migrierende Sprache ausgewählt. Die Konvertierungstechnologie ist auf andere Systeme übertragbar.

[ScreenConv - Zielarchitektur]
ScreenConv - Architektur
Bei der Migration von Host-Masken besteht das Ziel einerseits in der Erhaltung der Geschäftslogik und andererseits in der Modernisierung der Masken durch eine Konvertierung in eine browserbasierte Architektur. ScreenConv leistet dies. In der neuen Version 2.0 basieren die generierten Bedienoberflächen auf modernsten, technologischen Standards wie Ajax, JSON und SOAP. Durch die asynchrone Datenübertragung wurde die Performance, die sich in vorherigen Versionen in bestimmten Situationen als Flaschenhals erwiesen hatte, entscheidend verbessert. Der Einsatz eines Browsers zur Darstellung der Masken erzeugt im Gegensatz zu Emulatoren keine zusätzlichen Lizenzkosten.

Der eigentliche Konvertierungsprozess erfolgt automatisiert in zwei Phasen. Zunächst werden aus den Masken-Programmen mittels eines Masken-Parsers Informationen über die enthaltenen Elemente (z.B. Eingabefelder), deren Positionierung und zu den sogenannten "Messages" extrahiert ("Screen Scrapping"). Darauf aufbauend erfolgt der positionsgenaue Aufbau der neuen HTML-Masken sowie die Generierung der für diese Masken angepassten Messages, um diese zu verarbeiten.

Zum Lieferumfang des Werkzeugs gehört ein Laufzeitsystem, welches die Informationen aus den neuen Masken mit Hilfe der generierten Messages an die Anwendungssprogramme kommuniziert. Dieses Laufzeitsystem ist in hohem Maße an spezielle Kundenwünsche anpassbar (z.B. Corporate Identity für die Masken).

Technische Details werden im nachfolgenden PDF-Dokument beschrieben:
[PDF] "Konvertierung von Host-Masken in moderne Benutzeroberflächen"[124 KB]
Der Artikel ist ein Auszug aus dem Beitrag "Methoden und Werkzeuge für die Software Migration", erschienen in den Lecture Notes in Informatics (LNI), Volume P-126. Dieser unterliegt dem Copyright der Gesellschaft für Informatik (GI).

Das folgende PDF-Dokument enthält einige Screenshots von konvertierten SCREEN COBOL-Masken:
[PDF] Screenshots von konvertierten SCREEN COBOL-Masken[114 KB]

Weitere Informationen zu den Kompetenzen von pro et con auf dem Gebiet der Software-Migration finden Sie auf unserer Webseite im Bereich Software-Migration.

05.06.2008: Erfolgreiche BS2000-Migration bei Amadeus Germany

Es hat wirklich geklappt. Am 30.04.2008, 23.55 Uhr wurde bei Amadeus Germany die letzte BS2000-Anlage abgeschaltet.

Vorausgegangen war ein in seiner Komplexität wohl einmaliges Migrationsprojekt. Während der 3-jährigen Projektlaufzeit wurden Tausende von SPL-Programmen und SDF-Prozeduren mit mehreren Millionen Lines Of Code (LOC) automatisch nach C++ bzw. Perl unter UNIX konvertiert. Das hochperformante Filehandling-System auf BS2000 migrierte Amadeus werkzeugunterstützt in relationale Oracle-Datenbanken, der DCAM-Monitor wurde durch openUTM auf UNIX-Seite ersetzt. Die Zielsysteme laufen in einem nahezu 7*24-Stunden-Betrieb und bearbeiten in Spitzenzeiten ca. 500 Benutzertransaktionen pro Sekunde (TA/s), dies entspricht rund 1.000 technischen TA/s.

Die Größe des Projektes wird an folgenden Zahlen deutlich: Die Amadeus Germany GmbH ist Deutschlands führender Anbieter von IT-Lösungen für die Reisebranche. In Deutschland arbeiten 85% aller Reisebüros an rund 45.000 PCs mit dem Amadeus-System. Zu den Kunden von Amadeus Germany zählen u.a. 75.000 Hotels, 500 Fluggesellschaften, 22 Mietwagenfirmen, rund 200 Reise- und Busveranstalter, 74 Verkehrsverbünde, 40 europäische Bahnen, 30 Fähranbieter, sechs Versicherungsanbieter sowie mehrere Event-Ticket-Anbietersysteme.
Alleiniger Gesellschafter von Amadeus Germany ist die Amadeus IT Group SA, ein weltweit führender Anbieter von Technologie- und Vertriebslösungen für die Reise- und Tourismusbranche. Fast 89.000 Reisebüros sowie mehr als 29.000 Airline-Verkaufsbüros in über 217 Märkten weltweit nutzen sein Netz und das leistungsstarke Datenzentrum.

Das Projektteam meisterte logistische Herausforderungen, denn während der mehrere Jahre dauernden Projektlaufzeit musste der aktuelle Betrieb ungestört weiterlaufen. Zusätzlich war es notwendig, monatlich neue Programmversionen herauszubringen, um aktuelle Kundenanforderungen zu erfüllen.

Die Firma pro et con entwickelte die Migrationswerkzeuge. Darüber hinaus waren mehrere Mitarbeiter von pro et con in das Projekt integriert und brachten ihre Erfahrungen und ihr Know-how auf dem Gebiet der Migration und des Reengineering ein. Speziell für dieses Projekt entstanden die folgenden Tools: Für die Entwicklung der Werkzeuge setzte pro et con firmeneigene Metatools ein, wie z.B. den selbstentwickelten Parsergenerator BTRACC (Backtracking Compiler Compiler). Die Werkzeuge stehen für weitere Migrationsprojekte zur Verfügung.

Aus dem erfolgreichen Projekt lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:
Zum Projekt existieren ein Anwenderbericht und ein Artikel mit der detaillierten Beschreibung der Migrationswerkzeuge:
[PDF] "Das ARNO-Projekt – Herausforderungen und Erfahrungen in einem großen, industriellen Software-Migrationsprojekt"[204 KB]
[PDF] "Methoden und Werkzeuge für die Software-Migration"[222 KB]

Beide Artikel erschienen in den Lecture Notes in Informatics (LNI), Volume P-126 und unterliegen dem Copyright der Gesellschaft für Informatik (GI).

Weitere Informationen zu den Kompetenzen von pro et con auf dem Gebiet der Software-Migration finden Sie auf unserer Webseite im Bereich Software-Migration.